Aufgewachsen in Österreich lebst Du nun seit vielen Jahren mit Deiner Familie in München - was ist das Besondere an dieser Stadt?
Die Großzügigkeit, die Flexibilität und der Humor der Bayern.
Wie unterscheidet sich das Münchner Nachtleben zu dem in anderen Städten?
Zu Österreich kann ich nicht viel sagen, weil ich damals noch zu jung war, um Feiern zu gehen. Das Münchner Nachtleben mit dem anderer Städte zu vergleichen ist schwierig, weil jede Metropole ihr individuelles Nachtleben hat.
Wo gehst Du in München gerne feiern, wenn Du nicht gerade im P1 bist?
Am liebsten gehe ich natürlich ins P1 - sonst bleibt meistens nicht viel Zeit, weil ich ja auch noch drei Kinder habe. Ich gehe aber ganz gerne in die Registratur, die ja nun leider geschlossen hat - da wurde ich dann von meinen Kindern mitgeschleppt. Dort begeisterte mich insbesondere die Unbeschwertheit der Jugend.
Welche Restaurants, Cafés und Bars gehören zu Deinen Hotspots?
In meinem Viertel gibt es einen Asiaten, den ich sehr gerne mag. Ansonsten liebe ich italienisches Essen – wie zum Beispiel das im Hippocampus. Auch die Bar München gehört zu meinen Favoriten.
Wenn Du einen Tag mit dem Münchner Oberbürgermeister tauschen könntest und dabei alle Möglichkeiten hättest etwas zu verändern - was würdest Du machen?
Da muss man sagen, dass unser derzeitiger Oberbürgermeister seine Aufgaben perfekt meistert. Als Mutter ist es das Schönste in München, dass man sein Kind sicher in der Stadt weiß. Natürlich gibt es immer wieder ungute Vorfälle in der Stadt, aber wenn man das in Relation zu anderen Städten setzt, können wir mit der Situation wirklich sehr glücklich sein. Eigentlich würde ich nicht mit ihm tauschen wollen, weil er doch einen sehr schwierigen Job hat, bei dem man sehr viel berücksichtigen muss.
Wie kam es dazu, dass Du Dich nun um den Umbau und Neugestaltung des P1 und das Design der P1 Bar kümmerst?
Mein Mann und ich sind seit über 20 Jahren ein Team - nicht nur als Eltern, sondern auch in unserem beruflichen Leben und somit bei der Entwicklung der Firma ROKUNDCO Restaurants und Catering. Ich habe dort schon immer im Hintergrund sehr viel mitgearbeitet und daraus hat sich die Kreativität entwickelt, unsere Betriebe zu gestalten. Der Franz ist ja auch ein Tausendsassa und hat immer neue Ideen, dadurch aber auch immer sehr viel Arbeit und so kam es, dass ich dann beim P1 mitgeholfen habe und ihm etwas Arbeit abgenommen habe.
Bei welchen Restaurants hast Du Deine Kreativität bereits zum Einsatz bringen können?
Angefangen hat es 1991 mit der Dekoration der Frühstücks-Etageren im Forum. Wir hatten jeden Monat verschiedene Speisekarten, die gestaltet werden mussten. Wir hatten australische Wochen, chinesische Wochen und vieles mehr. Dazu musste man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen und das war eine sehr spannende und vielseitige Aufgabe, die sehr viel Spaß gemacht hat. Irgendwann kam dann das Wirtshaus in der Au dazu, das Wirtshaus zum Straubinger, das Wirtshaus zur Brez‘n und die Knödelei auf dem Oktoberfest. Das sind alles bayerische Restaurants, die aber trotzdem moderne Akzente setzen und so nicht langweilig werden.
Welche Pläne hattest Du bei der Gestaltung der neuen P1 Bar im Haus der Kunst?
Ich hatte zwei Architekten an meiner Seite, das ist zum einen Laurent Brückner, der für die ganzen Genehmigungen zuständig ist, und in der Umsetzung Stefan Mauritz, der ebenfalls sehr kreativ ist und gute Ideen hat. Die P1 Bar im Haus der Kunst bietet großzügige monumentale Räume mit einer Deckenhöhe von 16 Metern. Als Gastronom fragt man sich hier natürlich zuerst, wie man eine gewisse Atmosphäre in einen solchen Raum zaubern kann. Wir haben die Wände jetzt ganz lila gestrichen und schwere Samtvorhänge verwendet. Dazu kommen bequeme Samtsofas und überdimensional große Fotos des P1 aus dem Archiv, die wir auf große Leinwände gedruckt haben. Die Räumlichkeiten sind natürlich ein Traum für eine solche Sache und so war es nicht allzu schwer, etwas daraus zu machen.
Wie hat sich Deiner Meinung nach das Publikum des P1 in den letzten Jahren verändert?
Ich kenne das P1 seit ich 18 Jahre alt bin und habe alle Phasen miterlebt. Es ist ein Club, der sich immer wieder neu erfindet und dessen Publikum sich dabei auch immer wieder etwas wandelt. Das war schon immer so und ich habe da in den letzten Jahren keine außergewöhnliche Veränderung bemerkt. Es kommen immer wieder neue auch jüngere Leute nach und das ist auch gut so. Die älteren Gäste, die damit kein Problem haben, sind nach wie vor da.
